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Heimat ist für alle da

Das neue Seminar „Heimat im Wandel“ ist nur ein Beispiel für ein Bildungsangebot der IGBCE, das ständig weiterentwickelt wird.

Illustration: publish! Medienkonzepte/Adobe Stock

Am Anfang stand Kritik. Sebastian Ramnitz, Fachsekretär im Kompetenzzentrum Bildung der IGBCE, hatte eine Nachricht bekommen, dass im großen Seminarangebot der Gewerkschaft etwas fehlt. Ein Mitglied fragte, ob eine politisch starke Gewerkschaft sich nicht auch Gedanken um den Begriff Heimat machen müsse. „Ich habe das Mitglied angerufen, wir sind ins Gespräch gekommen und daraus entstand am Ende dann tatsächlich ein neues, fünftägiges Seminar“, sagt Ramnitz.

„Heimat im Wandel“ ist das Angebot überschrieben, das Sebastian Ramnitz konzipiert hat. Ramnitz legt als Referent seit Jahren einen Schwerpunkt auf den Umgang mit Rechtsextremismus und rechten Tendenzen. Ende September ist Premiere für das neue Seminar im Adolf-Schmidt-Tagungszentrum in Haltern am See, geleitet wird es von Ulrich Friese. Der gibt seit mehreren Jahren Seminare zu Themen wie Demokratie und Veränderungsprozesse, Umgang mit Ängsten, Biografiearbeit, Perspektivwechsel und Ohnmachtserfahrungen. Friese arbeitet zudem auch als System- und Familientherapeut.

„Heimat ist ja weit mehr als ein Ort auf der Landkarte“, sagt Ramnitz. Heimat entstehe aus einer Vielzahl von Eindrücken, Gefühlen, Erinnerungen, Entwicklungen. Im besten Fall gebe sie Halt, besonders in Zeiten der Veränderung.

Foto: Privat

„Heimat ist weit mehr als ein Ort auf der Landkarte.“

Sebastian Ramnitz

Den Begriff Heimat nicht den Rechten überlassen

„Wir wollen mit dem Seminar den Begriff Heimat untersuchen seine Geschichte, seine historische Wandlung und auch, wie der Begriff von wem in aktuellen gesellschaftlichen Diskursen eingesetzt wird“, sagt Ramnitz. Er glaubt, dass es für die Demokratie ungemein wichtig ist, den Begriff der Heimat aktiv zu bearbeiten und ihn nicht einfach den Rechten zu überlassen, als sei er etwas Piefig-Verzichtbares für die demokratische Gesellschaft.

Als besonders geeignet sieht Ramnitz das Angebot für Betriebsratsmitglieder, Vertrauensleute, aktive Ortsgruppenmitglieder, aber auch für alle anderen politisch interessierten Arbeitnehmer*innen. Denn das demokratische Miteinander sei ja gerade der Garant nicht nur für Frieden, sondern auch für Wohlstand und Entwicklung. Demokratie und Vielfalt werden immer stärker abgelehnt in der Gesamtgesellschaft genauso wie in Betrieben. Rechte Arbeitnehmervertretungen wie „Zentrum“ haben in den vergangenen Jahren viele Mitglieder gewonnen.

Dagegen setzt die IGBCE nun auch auf die Arbeit am Heimat-Begriff. Und weil man Heimat nicht nur am Schreibtisch definieren kann, gehört auch ein echtes Erleben zum Seminar: Teil des Seminares ist ein Wandercoaching in der Westruper Heide und am Halterner Stausee.