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Fit für die Arbeitswelt von morgen

Flexible Lernangebote, digitale Formate und mehr Nähe zum Alltag der Beschäftigten: Die IGBCE baut ihre Bildungsarbeit grundlegend um. Ab 2028 sollen die Veränderungen in den Seminaren und den Fortbildungen sichtbar werden.

Die Arbeitswelt verändert sich rasant: Digitalisierung, KI, neue Arbeitsmodelle und wirtschaftlicher Druck verändern den Alltag vieler Beschäftigter. Die IGBCE reagiert darauf mit einer umfassenden Bildungsreform. Ab 2028 sollen Seminare und Fortbildungen flexibler, digitaler und näher am Alltag der Mitglieder sein.

„Wir überprüfen Bewährtes und entwickeln Neues“, sagt Cihan Yüksel, der bei der IGBCE die Neugestaltung des Bildungsangebotes leitet. Viele Angebote müssten noch besser auf die Lebensrealität der Mitglieder zugeschnitten werden etwa auf Menschen, die im Schichtdienst arbeiten, Kinder betreuen oder Angehörige pflegen. „Die Arbeitswelt wird digitaler und hybrider also müssen sich auch unsere Fortbildungen verändern“, sagt Yüksel.

Dabei versteht die IGBCE Bildung künftig nicht mehr nur als Seminar- oder Qualifizierungsangebot. Vielmehr soll sie zu einem strategischen Werkzeug werden: um Mitglieder zu stärken, die Organisation weiterzuentwickeln und Beschäftigte auf gesellschaftliche und betriebliche Veränderungen vorzubereiten.

1. Bildung vor Ort stärken

Ein zentraler Schwerpunkt ist die Bildungsarbeit direkt vor Ort in Bezirken, Ortsgruppen und Vertrauenskörpern. Bildung soll greifbarer und alltagsnäher werden. Gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Bildung und der Bildungsgesellschaft BWS sollen Angebote entstehen, die Verantwortliche vor Ort besser bei Planung und Umsetzung von Bildungsmaßnahmen unterstützen.

2. Interessenvertretung stärker verankern

Künftig soll die Bildungsarbeit noch stärker die praktische Interessenvertretung unterstützen. Seminare und Materialien werden darauf überprüft, wie gut sie Beschäftigte in ihrem betrieblichen Alltag stärken. Gleichzeitig sollen gewerkschaftliche Positionen und Werte sichtbarer in Bildungsangebote einfließen.

3. Neue Beschäftigtengruppen erreichen

Die IGBCE will mit ihren Bildungsangeboten gezielter Menschen ansprechen, die bislang wenig Berührungspunkte mit der Gewerkschaft haben. Dafür sollen Formate entstehen, die näher an den konkreten Lebens- und Arbeitsbedingungen neuer Zielgruppen sind und betriebliche Themen stärker aufgreifen.

4. Ehrenamtliche gezielt qualifizieren

Auch die Qualifizierung ehrenamtlicher Funktionär*innen soll weiterentwickelt werden. Neben Fachwissen spielen dabei Methoden-, Sozial- und Digitalkompetenzen eine größere Rolle. Ziel ist es, Kompetenzen zu vermitteln, die nicht nur in der Gewerkschaftsarbeit, sondern auch beruflich und privat hilfreich sind.

Foto: Anna-Kristina Bauer

„Wir überprüfen Bewährtes und entwickeln Neues.“

Cihan Yüksel

5. Bildungsplanung modernisieren

Nicht nur Inhalte, auch Organisation und Planung sollen sich verändern. Geplant ist eine gemeinsame Bildungsstrategie mit klareren Prozessen und einer stärkeren koordinierenden Rolle der Landesbezirke. Die Bildungsarbeit soll dadurch strukturierter, transparenter und effizienter werden.

6. Transformation verständlich machen

Von Digitalisierung bis Dekarbonisierung: Die Transformation der Industrie verändert ganze Branchen. Bildungsangebote sollen Beschäftigte dabei unterstützen, diese Prozesse besser zu verstehen und aktiv mitzugestalten. Kooperationen mit Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen sollen aktuelles Wissen stärker in die Bildungsarbeit einbringen.

7. Referierende besser begleiten

Auch die Arbeit der Referierenden soll professionalisiert werden. Geplant sind regelmäßige Qualifizierungen, Austauschformate und ein Bildungssymposium. Neue Referierende sollen durch strukturierte Onboarding-Prozesse unterstützt werden. Ziel ist es, das Netzwerk innerhalb der Bildungsarbeit weiter zu stärken.

8. Digitale Bildung ausbauen

Künftig soll Lernen nicht mehr nur im Seminarraum stattfinden. Die IGBCE will E-Learning-Angebote ausbauen und bestehende Konzepte stärker an digitale Lernformen anpassen. Auch KI-gestützte Werkzeuge sollen erprobt und weiterentwickelt werden. So will die Gewerkschaft ihre Bildungsarbeit fit für die Zukunft machen.